Was erzwungen wird, gerät aus dem Gleichgewicht (Autor unbekannt)
Ich habe Euch im letzten Blog bereits gewarnt, das ich während meiner Reha-Phase neue Ideen für Blogs entstehen. Da Ihr wisst, dass ich mich immer selbst reflektiere, passiert das auch automatisch in meiner Reha-Phase. 😉 Und so ist auch dieser Blog entstanden.
Das Zitat passt gut zu meinen letzten Erfahrungen in der Reha. Wenn zu viel erzwungen wird, gerät alles aus dem Gleichgewicht. Diese sagen wir „etwas“ schmerhafte Erfahrung musste ich leider machen, um zu begreifen, dass ich auch in meiner Vergangenheit so funktioniert habe und nun hoffentlich daraus lerne. Drückt mir die Daumen. 😉
Wer mich kennt weiss das ich eine motivierte, sehr disziplinierte und manche nennen es auch „verbissene“ Persönlichkeit bin. Ich bin eine Person, die gerne an das Ziel gelangen möchte, das ich mir auch vorgenommen habe. Ich würde mich nicht als Perfektionistin einstufen, aber ich habe fast immer das Durchhaltevermögen dorthin zu gelangen, wo ich möchte, auch wenn es Mal wieder länger dauert. 😉 Zu diesem Thema dann etwas später hier im Blog. 😉
Meine Reha verlief bis zur 5. Woche eigentlich gar nicht so schlecht. Bis der Tag kam als ich die Treppe runtergerutscht bin und es mich mindestens zwei Wochen in der Reha zurückgeworfen hat. Zum Glück ist dem Kreuzband und sonst auch nichts passiert, aber ich habe mir in der Kniekehle eine Zerrung geholt. Wer bereits Mal eine Kreuzband-OP hatte, weiss das die komplette Streckung des Knies sehr wichtig ist. Tja, nach dem Sturz war meine Streckung wieder futsch und ich musste fast wieder von vorne beginnen und tat das ich am Anfang sanft und langsam. Irgendwann als die Schmerzen dann nachliessen, verliess mich die auch die Geduld (übrigens auch ein Blogthema wert 😉.) Ich hatte „wortwörtlich“ auf Biegen und Brechen die Motivation das Knie nun in diese Null-Streckung zu bringen, und zwar mit Allen möglichen Variationen, Tag- und Nacht. Ich war sehr hart und streng und auch wütend auf mich, obwohl der Treppensturz kein Fehler meinerseits war, sondern die Treppe einfach rutschig war. Mit allen Mitteln habe ich versucht dieses Knie in die Streckung zu bringen. Was gelang mir? Alles, was ich damit erzeugte, war Gegendruck, und zwar massiv, so massiv, dass die Streckung stehen geblieben ist. Das hat mich echt wachgerüttelt, weil ich doch irgendwann wieder zu meinen Hobbys zurückkehren möchte, anstatt mir selbst zu schaden. Druck erzeugt Gegendruck. Von heute auf Morgen musste ich mir eine andere Strategie aneignen, und glaubt mir das war hart für eine Person wie mich. Ich musste mich selbst stoppen, damit alles wieder ins Gleichgewicht kommt. Noch jetzt ist meine Streckung leider nicht perfekt, aber ich muss versuchen, dieses Gleichgewicht zu halten, das Vertrauen in mich, mein Knie, meine Ärzte und Physios zu behalten, dass ich wieder alle meine Hobbys ausüben kann. Manchmal fällt es mir leicht und ich feiere meine Fortschritte und dann gibt es Tage der Verzweiflung und voller Tränen, dass es vielleicht nie mehr so sein wird wie vorher, aber auch dieses Thema wäre Mal ein eigener Blog-Beitrag wert. 😊



Was hat das aber nun mit meiner Vergangenheit zu tun? Ich habe mir, auch wenn es mir nicht bewusst war, immer wieder Druck gemacht, dass ich dies oder jenes schon können, machen oder sein muss, wie ich mir das vorstelle. Ich erzeugte oft das Gegenteil und bemerkte nicht wirklich, sondern sah das als „eine Art Versagen“ oder was auch immer an. Das kam im Pole-Dance, beim Aerial-Hoop, beim Burlesque und auch im Tanzen und in anderen Bereichen in meinem Leben (gehe nicht näher darauf ein) vor. Mit meinem Druck im Kopf, erzeugte ich oft Gegendruck und der Kopf war oft nicht frei und erzeugte das Gegenteil. Ich weiss aber auch (das habe ich bereits oben erwähnt), dass ich ein Mensch bin, der immer für alles länger braucht als andere, warum das so ist, kann ich nicht beantworten. Ich habe das inzwischen akzeptiert und hinterfrage diese Eigenschaft nicht. 😉 Wenn ich dann aber etwas endlich beherrsche, ist es am Schluss nachhaltig und ich bin stolz auf mich. Genau diese Eigenschaft habe ich in der Reha auch schätzen gelernt. Du bist zwar langsamer als andere, kommst aber trotzdem an dein Ziel. Diese Kombination von Akzeptanz und Gleichgewicht hilft mir momentan sehr. Tja, manchmal muss man fallen, um die Dinge anders zu betrachten. Ich habe auch in der Reha gelernt, einfach die Beine Mal hochzulegen (was auch ein Muss ist in der Reha – hochlagern 😉) und einfach nichts zu tun. Manchmal lese ich etwas, manchmal höre ich Musik, manchmal nichts von Allem und habe herausgefunden, dass ich nicht immer „MUSS“ sondern auch darf und Dinge dann halten warten können. Auch hier erhoffe ich mir, dass ich diese Eigenschaft beibehalten kann. 😉 In meinem Umfeld schneiden sich die Meinungen zu diesem Thema. 😉 Vielleicht werde ich jetzt doch etwas ruhiger? 😉
Wo erzeugt Ihr Druck oder schafft Ihr es früh genug zu merken, wenn Ihr Euch gegenüber zu grossen Druck ausübt?
Ich wünsche Euch ein gesundes Gleichgewicht und die nötige Balance in Eurem Alltag. 😊
Eure Nana 😊
