Mentale Stärke und Pole-Dance

Wer nach aussen schaut, träumt. Wer nach innen schaut, erwacht C.G. Jung

Dieses Zitat spricht mich sehr an. Ich bin eine Träumerin aber mit klarem Blick einer Realistin und ich bin ein Mensch, der sich gerne selbstreflektiert. Wie Ihr aus meinen früheren Blogs gelesen habt, hatte ich nicht immer ein gesundes Selbstvertrauen, aber ich fand den Weg dorthin mit meiner Leidenschaft Burlesque. Doch heute geht es in diesem Blog nicht um Burlesque (ausnahmsweise) 😉 sondern und um Pole-Dance und wie diese Tanzform mir noch einmal ein ganz anderes Selbstbewusstsein geschenkt hat.

Ende August 2024 habe ich mit meiner Burly-Sister Ginny Frisky einen Schnupperkurs in Pole-Dance besucht. Es war nicht unsere erste Schnupperstunde. Im Jahr 2021 haben wir einige Dinge ausprobiert und damals unter anderem auch einmal Pole-Dance. Damals hat mich diese Tanzform nicht ganz so am Ärmel gepackt, aber sie ging mir nie komplett aus dem Kopf, wie noch so oft. Es war wohl damals noch nicht der richtige Zeitpunkt. Im September 2024 hat es mich dann gepackt und ich habe anfangs unregelmässig (aufgrund von anderen Terminen) Stunden besucht und ab Januar 2025 konnte ich dann regelmässig teilnehmen. Aller Anfang ist verdammt hart und schwer, so habe ich mir nie das nie vorgestellt. Im Februar/März verliess mich dann der Mut und die Geduld für Pole-Dance. Ich wollte aufgeben. Ich hatte gefühlt, das Gefühl das die anderen Teilnehmenden um mich herum viel schneller die Tricks, die Flows und Figuren lernten als ich. Ich war wütend auf mich, mir fehlte die Kraft und natürlich die Geduld. Ich weiss das ich ein Mensch bin, der immer etwas länger braucht als andere, damit mir Dinge gelingen. Ich wusste auch, dass meine Muskulatur aufgrund meiner hormonellen Geschichte, nicht genau so funktioniert, wie bei einer Frau in meinem Alter. Das alles hat mich ziemlich zermürbt.

Aber aufgeben ist irgendwie nie eine Option bei mir, vor allem wen mein Herz für etwas brennt 😉. Also habe ich an meinem Mindset gearbeitet, selbstständig und ohne Ratschläge von irgendwelchen Life-Coaches. Ich bin etwas skeptisch gegenüber Life-Coaches (es gibt zu viele, die wissen wollen, was Dir guttut). Nehmt mir diese Aussage nicht zu übel – da stecken persönliche Erkenntnisse und Erfahrungen dahinter 😉. Aber „I gheie nid aui i glich Topf“ wie man so schön in Berndeutsch sagt 😉. Nun zurück zum Thema „Mindset“. Ich habe begonnen, mir vor der Stunde zu visualisieren, was ich „heute“ alles erreichen und durchziehen werde und was ich mir gelingen soll. Ab diesem Zeitpunkt ging es immer wie besser und einige Dinge klappten dann, und andere eben noch nicht. It’s all about the mindset 😉. Ich bin noch weit davon entfernt, dass meine Bewegungen elegant, schön oder perfekt aussehen, aber ich bin stolz, dass mir bereits kleine Dinge gelingen. Kleine Schritte sind auch Schritte, oder? Ich bin stolz und dankbar auf/für meinen Körper, dass er mit 45 Jahren und meiner hormonellen Geschichte so viel leistet. Einen grossen Dank geht auch an das Pole-Dance Studio Spinup und die herzlichen Trainierinnen, es macht echt Spass und man fühlt sich dort von der ersten Stunde an geborgen.

Es geht in unserer Gesellschaft oft nur um die „äusserliche Erscheinung des Körpers“. Das sogenannte Ideal, wie man aussehen sollte, ist wieder zum Leben erweckt worden, aber das ist ein anderes Thema 😉. Die innere Stärke, die man entwickelt (wie ich im Pole-Dance), und damit meine ich nicht die tiefe Muskulatur des Körpers, sondern die Belastbarkeit, die Geduld, die innere Ruhe und die Stabilität. Diese Stärke entdeckt man nur in sich selbst und sieht man von Aussen nicht immer. Innere Stärke fördert das Selbstbewusstsein und lässt uns aber nach Aussen strahlen.

Pole-Dance hat mich gelernt, geduldiger mit mir selbst zu werden, ja ich weiss das glaubt man mir kaum, ist aber so 😉. Ich bin nicht der geduldigste Mensch, doch Pole-Dance hat mir dabei geholfen. Seit ich diesen Unterricht besuche bereite ich mich auch wieder mehr mental auf Herausforderungen vor und gehe Dinge ruhiger und gelassener an. Ich habe auch gelernt, wieder mehr „Nein“ zu sagen, wenn eine Situation für mich nicht einstimmig ist. Man kann das nun als egoistisch bezeichnen, oder man kann das auch als „sich selbst gut behandeln“ nennen. Nicht nur geben, auch nehmen heisst manchmal das Zauberwort.

Fazit: Burlesque hat mein äusseres Selbstbewusstsein gestärkt und Pole-Dance meine innere Stärke! Was für eine grosssartige Kombination 😊. Wer weiss, was mich als nächstes fasziniert und verborgene Seiten in mir aufzeigt 😉.

Wie hat Euch bisher ein Hobby oder eine Leidenschaft mental verändert? Ich bin gespannt auf Eure Geschichten. In dem Sinn wünsche ich Euch auf jeden Fall den Mut neue Dinge auszuprobieren, um den Horizont wieder etwas zu erweitern.

Eure Nana 😊

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