Stolz auf sich sein

Stolz auf sich zu sein beginnt dort, wo man aufhört, sich ständig klein zureden. (Autor unbekannt)

Inspiriert von diesem Zitat führte mich dazu, diesen Blog zu verfassen. Ich habe bereits mehrmals erwähnt, wenn ich in der Reha-Phase bin, werde ich mich wohl noch mehr reflektieren und tatada, hier sind weitere Gedanken, erlebtes und gefühltes entstanden. 😊

Vor einigen Wochen war ich das erste Mal so richtig verdammt stolz auf mich. Ich weiss hört sich jetzt seltsam an, aber ich kann besser anderen Menschen Komplimenten machen als mir selbst. 😉 Es ist nicht so, dass ich mich in der Vergangenheit nicht gelobt oder mir selbst auf die Schulter geklopft hätte, wenn ich etwas aus meiner Sicht geschafft oder gut gemacht habe. Dieses Eigenlob war immer mit einem „ABER“ verbunden, nicht mit dem simplen Satz „ich bin verdammt stolz auf mich“. Ich denke der Satz „ich bin stolz auf mich“, ist manchmal genauso schwierig auszusprechen, wie der Satz „ich liebe/mag Dich sehr.“😉 Wie einleitend erwähnt, bin ich jemand, der anderen gerne ehrliche und gutgemeinte Komplimente macht, aber bei „me, myself and I“ bin ich sehr zurückhaltend, was das verdammte Eigenlob angeht. 😉

Soll ich Euch verraten auf was ich stolz bin? Ich befinde mich aktuell in der Reha-Phase meiner Kreuzband-OP. Und vor einigen Wochen kam dieses Gefühl auf, mit Freudetränen in den Augen „ich bin verdammt stolz auf mich“. Da begriff ich, dass ich wirklich das erste Mal ohne Wenn und Aber stolz auf mich bin. Stolz auf meinen Willen, meine Disziplin und nicht zu vergessen und das Wichtigste für mich, was ich bisher auf dieser Reise hier hingeschafft habe und vor allem das ich zu mir selbst sagen konnte, dass ich stolz auf mich bin. Ich darf wagen zu behaupten, wer noch nie eine solche Phase durchgemacht hat, weiss auch nicht was es bedeutet all diese Dinge, die man vorher von Herzen gerne gemacht hat, für eine ganze Weile nicht mehr tun kann. Manchmal bricht es einem fast das Herz, wenn man sieht, das andere mit einer Selbstverständlichkeit alle ihre Hobbys ausführen können, während man selbst jeden Tag kämpft, um zu versuchen wieder dort zurückzukehren, wo man vorher war. Ganz ehrlich, auch ich habe am Anfang diese Kreuzband-Geschichte unterschätzt. Nichtsdestotrotz macht mich das persönlich sehr stolz das ich jeden Tag mit Geduld, Tränen, Schweiss und harter Arbeit versuche mein Bestes zu geben. Ich weiss auch, dass die Reise zurück zu meinen Hobbys noch eine Weile dauern wird. Hätte man mir vor Monaten gesagt, dass ich so lange mein Hobby nicht ausüben darf, hätte ich es für unmöglich gehalten, dass ich dies so gut aushalten kann – also ein weiterer Punkt, der mich sehr stolz macht.

Es gibt viele Menschen, die es nicht schaffen, Dir zu sagen, dass Du etwas gut kannst, dass etwas hervorragend aussieht oder dass sie stolz auf Dich sind, und sie können Deinen Erfolg nicht mitfeiern. Sei es aus eigenem Stolz, aus Neid oder weil sie gerade etwas an Dir stört. Wenn Du die Personen einmal nach ihrer Meinung fragst und eine ausweichende Antwort kommt, liegt es nicht an Dir sondern aus meiner Sicht brauchen diese Menschen selbst am meisten Lob, Anerkennung und gute Worte. Doch aus irgendeinem Grund fällt es ihnen schwer, anderen zu zeigen, wie ausgezeichnet sie etwas finden oder ehrliche Freude für jemanden zu empfinden können. Vielleicht weil sie sich mehr Aufmerksamkeit und Lob wünschen? Aber ist es immer wichtig von anderen zu hören, dass man etwas gut kann, dass man ständig Lob von anderen braucht, um selbst zu glauben, dass das, was man getan hat, gut ist?

Ich finde, es sehr schön, wenn man sich selbst gut findet ohne das Lob eines Lehrers, Vorgesetzten oder Trainer oder einer gut befreundeten Person zu erhalten. Ich will damit nicht sagen, dass man keine Komplimente mehr machen oder erhalten darf. Ich finde das etwas sehr Schönes und Wundervolles und werde dies, wenn es für stimmig ist, auch weiterhin tun und anderen Freude bereiten. Es gibt aber auch immer wieder Mitmenschen, die Dich loben, weil sie Dich vielleicht nicht enttäuschen wollen, gut befreundet sind mit Dir und sich nicht wagen „nichts“ zu sagen oder Dich aufmuntern wollen. Es gibt aber auch Menschen, die es so empfinden und die Worte „echt“ sind.

Aber es nicht das schönste Geschenk wenn Du Dich selbst loben kannst und stolz auf Dich, Deine Arbeit und Deine Erfolge sein kannst? Dieses Gefühl vor ein paar Wochen war so schön, ich kannte es vorher nie in dieser Stärke. Kein Wenn und Aber, keine Zweifel. Nur ich und dieser ausserordentliche Stolz auf mich selbst. 😊

Warst Du schon stolz auf Dich ohne die Wörtchen Wenn und Aber und kannst Du anderen Menschen sagen, wenn Du was grossartig findest, was sie tun? In dem Sinn wünsche ich Dir das Du Beides kannst, denn irgendwie ist es eine wunderbare Kunst. 😊

Eure Nana 😊

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2 Comments
  • Reply
    Carmen
    6. Mai 2026 at 15:21

    So true! Dieses kleine Wörtchen «aber» sollten wir in dem Kontext wirklich aus unserem Wortschatz streichen. Man guckt immer hoch zum Gipfel und denkt: ist der noch weit weg – und vergisst manchmal runter zu schauen und zu sehen, wie hoch man schon gestiegen ist und wie viel man schon geschafft hat. Sehr spannend – super Thema!

    • Reply
      nana
      7. Mai 2026 at 8:56

      Absolut, man vergisst oft wie weit man gekommen ist. Man sollte sich auch immer nur kleinere Ziele setzen, dann sieht man auch den Erfolg schneller. Danke für Dein Feedback :-).

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